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Couch

Schlag auf Schlag auf der (Pop Up Couch
Mit halbstündigen Gesprächen zu den Verbindungen von Musik, Mode, Film und Literatur sowie zu den Musikszenen in Österreich und der Schweiz;
u.a. mit: Bernd Begemann (Müssen alle mit – Der Film), Nagel (Muff Potter), Mark McGuire (fashion architecture), Ralf Anheier (Electronic Arts), Thomas Heher (TBA Magazin), Rainer Brenner (Kinki Magazin), Stephan Michme (MDR Sputnik), Felix Scharlau (INTRO), Christoph Graebel (Turboprop Literatur)

Auf der (Pop Up Messe am 16.05.2009 feierte neben den altbewährten Foren ein neues inhaltliches Format Premiere: Die (Pop Up Couch. Unter dem Motto “Musik trifft…” wurde der Blick über den Tellerrand der Musikindustrie gewagt. Grenzgänger, die an der Schnittstelle zur Popmusik operieren, stellten ihre Arbeit vor. In halbstündigen lockeren Gesprächen zwischen 12:30 Uhr und 16:30 Uhr wurden in der Kuppelhalle des Volkspalastes die Bereiche Mode, Literatur und Film sowie die diesjährigen Schwerpunktländer Österreich und Schweiz unter die Lupe genommen.

Moderatorin Lisa Rank eröffnete die Gesprächsrunde mit Rainer Brenner, stellvertretender Chefredakteur des Schweizer Kinki-Magazins, und Thomas Heher, Chefredakteur und Herausgeber der österreichischen Zeitschrift TBA. Sie schilderten, warum sich Printmagazine mit dem Schwerpunkt Musik auf dem deutschen Markt platzieren, aus welchen Gründen es für Bands aus Österreich und Schweiz schwer sei, überregional Erfolg zu haben und dass die Vernetzung zwischen den einzelnen Ländern besser funktionieren müsse. “Der deutsche Markt ist kein Muss, aber er bietet eine Menge Möglichkeiten”, so Heher. Auch, weil es vergleichbare Veranstaltungen wie die (Pop Up in Österreich und der Schweiz nicht gebe. “Bei uns denkt man innerhalb der Landesgrenzen”, meinte Brenner. Als Nachwuchsband sei es durch die Kantonsgrenzen schon schwierig, in der kompletten Schweiz bekannt zu werden, erklärte er. Vernetzung findet so gut wie gar nicht statt, da wäre eine Messe wie die (Pop Up ein guter Anfang. “Die Szenen splittern sich in kleine Bereiche, international erfolgreiche Bands wie Soap & Skin sind die Ausnahme”, so Brenner. Laut Heher seien auch die Labels und Musikmagazine gezwungen, ihre Dienstleistungsangebote auszuweiten. Brenners Fazit: “Hört Musik, egal woher sie kommt, man muss sich nicht immer nur an London oder Stockholm orientieren.”

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Zum Thema “Musik trifft Mode” diskutierten Moderator Christoph Graebel und einer der beiden Geschäftsführer der Leipziger Merchandise- und Streetwear-Vertriebsfirma Imperial Clothing Ulrich Schröter. Seit der Gründung im Jahr 2004 hat sich das Jungunternehmen auf die Bekleidung für Fans härterer Musik spezialisiert. Inzwischen entwerfen mehrere Designer exklusiv für die Firma. “Merchandise hat sich in den letzten Jahren sehr professionalisiert”, so Schröter, “die Drucke sind hochwertiger geworden, die Designs ausgefallener.” Neben der eigentlichen Musik seien Merchandise-Produkte eine gleichwertige Absatzquelle für Bands geworden. “Wer nicht hundertprozentig Fan ist, der kauft eben nach Design.” Davon könnten letztlich sowohl die Bands als auch die Designer profitieren.

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Als nächstes nahm Muff Potter-Sänger Thorsten “Nagel” Nagelschmidt Platz, der sich mit seinem Roman “Wo die wilden Maden graben” kürzlich auch als Autor versuchte. Musikmachen und Bücherschreiben habe mehr gemein als man denkt: “Es ist wichtig, einen Text präzise auf den Punkt zu bringen, sei es nun für einen Song oder einen Roman.” Neben dem Touralltag sei das Schreiben für viele Musiker deshalb eine naheliegende Herausforderung. “Natürlich haben sich in den letzten Jahren viele Musiker als Literaten versucht, aber ich hatte einfach das Gefühl, dass ich so viel zu erzählen habe.”

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Zuletzt sprach der Hamburger Entertainer Bernd Begemann in der gut besuchten Kuppelhalle mit MDR Sputnik-Moderator Stephan Michme über die Kooperation zwischen Musik und Film. Dazu stellte er seinen Film “Müssen alle mit” vor, in dem Begemann im Auftrag des Hamburger Labels Tapeterecords verschiedene deutsche Musiker vor die Kamera geholt hat. “Ich bin kein Filmemacher, ich bin da nur so rumgestolpert”, so Begemann, bevor er regelmäßig vom Thema abschweifte und dafür Zuschauerlacher kassierte. “Die Hamburger Szene hat sich tot gesiegt”, Indie-Rock dürfe nicht zu vorsichtig werden und “Dieter Bohlen hat es ja auch nicht immer leicht gehabt”. Zum Thema Filmmusik erklärte er: “Die Filmaufnahme darf nur nicht zum Song passen, Musik, die die Szene wiederholt, bringt sie nicht weiter.” Schlussendlich hätten es Schauspieler und Musiker im Independent-Sektor ähnlich schwer: “Wenn ihr die Möglichkeit habt, Mainstream-Künstler zu werden, greift sie!”

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