{"id":1619,"date":"2016-03-04T23:12:49","date_gmt":"2016-03-04T22:12:49","guid":{"rendered":"http:\/\/s521445719.online.de\/leipzig-popup\/?page_id=1619"},"modified":"2016-03-04T23:13:44","modified_gmt":"2016-03-04T22:13:44","slug":"panels","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/leipzig-popup.de\/?page_id=1619","title":{"rendered":"Panels"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eWie ehrlich ist der Musikjournalismus?\u201c<\/strong><br \/>\nKein Medienmacher ist frei von den \u00f6konomischen Zw\u00e4ngen. Schlimmer noch: Artikel kommen in die Magazine, nicht weil die Bands so toll sind, sondern, weil die Plattenfirma eine erkleckliche Summe Bestechungsgeld, getarnt als Anzeigenbuchung wortlos \u00fcber den Tisch schiebt. Kein, noch so geiler Track kommt auf Playliste, hat der verhandelnde Promoter die Entscheidungsfindung durch kleine, die Freundschaft erhaltende Geschenke erleichtert. Und der Deal f\u00e4ngt beim kleinsten Fanzine und beim sympathischsten Campusradio an und h\u00f6rt beim \u00fcberregionalen Medium erst auf.<br \/>\nDieses Forum wird der Frage nachgehen, ob die Medienmacher egal welcher Couleur, ihre Entscheidungen, diese und jene Band gut zu finden, in diesen rauen Zeiten \u00fcberhaupt alleinig nach geschm\u00e4cklerischen Gesichtspunkten f\u00e4llen k\u00f6nnen. Ist die Gr\u00f6\u00dfe einer Band mittlerweile nur eine Frage des Preises? Welche Chancen hat der gute Geschmack \u00fcberhaupt noch in rezessiven Zeiten? Entspricht der Deal einem Paktieren mit dem Teufel, der einem sp\u00e4ter nicht mehr von den Socken weicht? Inwiefern sp\u00fcrt der aufgekl\u00e4rte Leser\/H\u00f6rer die Tragweite dieses Deals? Hat der anspruchvolle Medienmacher \u00fcberhaupt die Chance, sich dem \u00f6konomischen Druck zu entziehen? Wo zieht er die Grenze? Und welche Band kommt einem sowieso nicht ins Blatt\/auf den Sender, egal was sie zahlt? Braucht denn heutzutage \u00fcberhaupt noch jemand die inhaltliche Freiheit der Fanzines und unabh\u00e4ngigen Radioprogramme? Besch\u00e4ftigen sich die heutigen Formate \u00fcberhaupt noch mit den vom Markt bisher ignorierten Subkulturen? M\u00fcssen sich qualitative Aspekte zunehmend gar \u00f6konomischen Zw\u00e4ngen unterordnen?<br \/>\nFragen \u00fcber Fragen, die die Popkulturn\u00f6rgler Donis &#038; Tom vom Fanzine &#8222;Persona Non Grata&#8220; unter anderem mit Uwe Viehmann, Chefredakteur der &#8222;SPEX&#8220;, Guido B\u00fclow vom &#8222;Campusradioverbund Nordrhein-Westfalen&#8220; und Stefan Maelck, ehemals &#8222;DT64&#8220;- und sp\u00e4ter &#8222;MDR Sputnik&#8220;-Redakteur, er\u00f6rtern werden, wobei diese traute Runde die Eckpunkte suchen wird, an denen das System der \u00f6konomischen Diktatur ausgehebelt werden kann.<\/p>\n<p><strong>\u201eHits nach Plan \u2013 Musik aus dem Baukasten\u201c<\/strong><br \/>\nEinblicke in die industrialisierte Musikproduktion. Ein Versuch, \u00dcberblick \u00fcber die weitgehend vom klassischen K\u00fcnstler- und Musikerverst\u00e4ndnis losgel\u00f6ste Musikproduktion zu gewinnen. Ein Entlangtasten an den Reibungsfl\u00e4chen zwischen musikalischem Handwerkertum und kreativem Prozess. Eine Diskussion, die direkt beim \u201eFeindbild\u201c nachfragt.<br \/>\nEingeladen ist J\u00f6rn von fragma, Mitarbeiter eines Musikstudios das<br \/>\nf\u00fcr einscghl\u00e4gige Chartprojekte wie Honesty 69 (&#8222;French Kiss&#8220;), Perplexer (\u201eAcid Folk\u201c) oder Bellini (\u201eSamba de Janeiro\u201c) verantwortlich zeichnet.<br \/>\nEinzelne Fragestellungen der Diskussion werden sein:<br \/>\nWie funktioniert die Planung fuer ein Chartprojekt von Null an?<br \/>\nWie werden Wertigkeiten berechnet (z.B. Samplebibliotheken, Midikompositionen, Texte)?<br \/>\nWelche Rolle spielen die &#8222;kreativen Zulieferer&#8220;?<br \/>\nWie wichtig ist &#8222;Vorsprung durch Technik&#8220; ?<br \/>\nWeitere G\u00e4ste aus dem Leipziger Musikumfeld werden mit ihren Erfahrungen und Sichtweisen die Diskussion komplettieren.<\/p>\n<p><strong>\u201eMove Your MP3! Popfile war gestern \u2026 oder?\u201c<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die Majors scheint es inzwischen klar: Musikdateien soll man auch im Netz nur kaufen k\u00f6nnen. Am besten mit Wasserzeichen und m\u00f6glichst aufw\u00e4ndig kopierbar. Immerhin so etwas wie eine Strategie. Popfile hats vorgemacht \u2013 erfolgreich, sagen sie.<br \/>\nUnd die Indies? Klar ist inzwischen: Auch eingefleischte Musikliebhaber setzen immer mehr auf das schnelle, weltweite Medium MP3, die Bedeutung des \u201ephysischen Tontr\u00e4gers\u201c hat auch bei \u201ebewussten\u201c Konsumenten gelitten. Ist das nun wirklich so gut, wie einige sagen? Dass Kazaa und Tonspion die elende Medienlandschaft prima ersetzen und die Promotion quasi im Selbstlauf \u00fcbernehmen? Dass der treue Fan sich im Internet informiert und dann die Platte kauft?<br \/>\nOder kann man es den Majors nachmachen? Die \u201eTracks\u201c gleich zum Verkauf anbieten. Ohne aufw\u00e4ndige Vertriebsmaschinerie und f\u00fcr wenig Geld. Gibt es vielleicht sogar eine gemeinsame Perspektive f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigen? Oder lohnt sich das nicht, ist der Online-Vertrieb am Ende viel zu teuer angesichts von vagen Erfolgsaussichten und sicheren Kosten. Au\u00dferdem ist ein MP3 doch keine echte Popmusik! Vielleicht lieber auf Augen-zu-und-durch setzen, schicke Platten machen und auf treues Fansupportertum \u2013 also K\u00e4ufer \u2013 setzen?<br \/>\nAuf dem Podium diskutieren Labelmacher, Online-Anbieter und Experten \u00fcber den Stand der Dinge, \u00fcber W\u00fcnsche und Perspektiven f\u00fcr die Independent-Szene.<\/p>\n<p>Workshop: <strong>\u201eLabelgr\u00fcndung\u201c<\/strong><br \/>\nWarum ist das \u201eGrand Hotel van Cleef\u201c mit nur einer Ver\u00f6ffentlichung in die Jahrespolls 2002 als \u201ebestes Label\u201c gekommen. Wir fragen uns das am aller meisten! Ist jetzt schon der Zeitpunkt gekommen, an dem man lernen sollte, wie man \u201eF\u00e4nomehn\u201c schreibt?<br \/>\nDie geilsten Sachen werden aus der Not heraus geboren. Jesus, Email und das \u201eGrand Hotel\u201c. Bustorff, Wiebusch und Uhlmann werden erz\u00e4hlen, wie alles anfing und in 40 Minuten erkl\u00e4ren, wie man ein Label startet, ohne es in den ersten 240 Tagen an die Wand zu fahren.<br \/>\nDazu kommen noch unsere Charts: Die 10 geilsten Majorlabelschoten, die wir erlebt haben. Das zwar ohne Namensnennung, daf\u00fcr aber mit \u201eh\u00f6 h\u00f6\u201c-Garantie.<br \/>\nIm Ernst bedeutet das: Was machen wir? Wie machen wir was? Warum machen wir es? Woher kommt das ganze Geld und wo geht es hin?<br \/>\nUnterhaltsam und informierend werden die Hambuger \u201eChucks-Boys\u201c erkl\u00e4ren, wie das Label aufgebaut ist, was promotiontechnisch beachtet werden muss und ob Promotion ein Schimpfwort ist.<br \/>\nWarum es gut ist, das Reimer Bustorff charmant authistische Z\u00fcge hat und warum es gut ist, dass Marcus Wiebusch Nerven, wie die Stahlkabel der Golden Gate Bridge hat und in Krisen Situationen eben auch deren Farbe annimmt. Was braucht  man um ein Label zu betreiben? Was braucht man in den ersten 5 Jahren nicht?<br \/>\nFragen \u00fcber Fragen, Mann \u00fcber Bord!<\/p>\n<p>Workshop: <strong>\u201eLabelarbeit\u201c<\/strong><br \/>\nDas eigene Label ist am Start. Alles l\u00e4uft super \u2026 oder? Jetzt kommen die M\u00fchen der Ebene. Es geht um Images und deren Konsistenz, um die Pr\u00e4sentation gegen\u00fcber zuk\u00fcnftigen Medienpartnern, Labels oder Bookern. Wie betone ich die Eigenarten meiner K\u00fcnstler, noch bevor die Musik \u00fcberhaupt zur Geltung kommt? Und wie sorge ich daf\u00fcr, dass sie \u00fcberhaupt zur Geltung kommt?<br \/>\nMit dem Stickman-Team wird eines der regsten deutschen Independent-Labels Einblicke in die l\u00e4ngerfristige Label-Arbeit geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWie ehrlich ist der Musikjournalismus?\u201c Kein Medienmacher ist frei von den \u00f6konomischen Zw\u00e4ngen. 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