{"id":1555,"date":"2016-03-04T19:47:36","date_gmt":"2016-03-04T18:47:36","guid":{"rendered":"http:\/\/s521445719.online.de\/leipzig-popup\/?page_id=1555"},"modified":"2016-03-04T20:56:56","modified_gmt":"2016-03-04T19:56:56","slug":"filter-rein-musik-raus","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/leipzig-popup.de\/?page_id=1555","title":{"rendered":"Filter rein, Musik raus?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Neue Pr\u00e4sentationsformen f\u00fcr neue Musik<\/strong><\/p>\n<p><a href='stuff\/2008\/panelmitschnitte\/popup2008_panel_filterrein.mp3' Target='_blank'>Download Mitschnitt<\/a><\/p>\n<p>Allein 200.000 deutsche Bands soll es auf MySpace geben, weltweit sind es etwa sechs Millionen. Das behauptet zumindest Joel Berger, der Chef von MySpace Deutschland: \u201eEs gibt in diesem Bereich also mehr zu entdecken, als man jemals entdecken kann\u201c, sagt er im Interview mit Pop100.com, und bringt damit das Problem ziemlich genau auf den Punkt. Aber wie findet der interessierte User die Bands, die ihn wirklich interessieren?<br \/>\nKlassischerweise kommt dem Musikjournalismus diese Filterfunktion zu. Ob De:Bug, Sputnik oder Intro: Sie alle w\u00e4hlen aus, sie besprechen die Platten oder Bands, von denen sie glauben, dass sie f\u00fcr ihre jeweilige Klientel interessant sind. Sie bringen \u2013 ganz im klassischen Sinne des Wortes Redaktion \u2013 die Vielzahl von Informationen in eine f\u00fcr ihren Leser, Zuschauer oder Zuh\u00f6rer verdauliche Form. Doch die Rolle des Musikjournalismus geht \u00fcber die blo\u00dfe Berichterstattung hinaus. Es wird interpretiert und auf Referenzen verwiesen, es werden zu allen erdenklichen Themen Diskurse gef\u00fchrt. Die redaktionelle Auseinandersetzung mit Popmusik hat sich zu einem wichtigen Teil der Popkultur entwickelt.<br \/>\nDoch die ehemaligen Leitmedien sind \u00f6konomisch erheblich unter Druck geraten. Das hat Folgen: Die einen versuchen, sich inhaltlich breiter aufzustellen, andere suchen ihr Heil in der Spezialisierung. Manche Medien erscheinen weniger h\u00e4ufig, andere nur noch online. Einige haben sich entschieden, einen Teil Ihrer redaktionellen Unabh\u00e4ngigkeit aufzugeben und ver\u00f6ffentlichen Gef\u00e4lligkeitsartikel, die mit einer Anzeige verbunden sind (was nat\u00fcrlich keiner zugibt).<br \/>\nAndererseits gibt es eine Vielzahl an neuen Portalen und Blogs, die den etablierten Medien die Konsumenten streitig machen. Das Netz bietet zahlreiche strukturelle Vorteile gegen\u00fcber den althergebrachten Medien: Die Tatsache, dass man dort mit relativ geringem finanziellem Aufwand publizieren kann, nimmt einigen wirtschaftlichen Druck. Zudem k\u00f6nnen Onlinepublikationen schneller auf neue Themen reagieren als die meisten analogen Medien. Die niedrige Einstiegsh\u00fcrde erlaubt jedem, der glaubt, er h\u00e4tte etwas Interessantes zu sagen, das auch zu tun. Jeder kann sich zu Wort melden und sei es mit der Kommentar-Funktion. Doch wenn alle reden, kommt keiner wirklich zu Wort. Und nicht jeder, der glaubt, er h\u00e4tte etwas Interessantes zu sagen, kann diesem Anspruch auch gerecht werden. Man wird oft recht schnell daran erinnert, dass eine redaktionelle Kontrolle durchaus auch Vorteile hat.<br \/>\nF\u00fcr die Zukunft der Musikmedien stellt das einige Fragen:<br \/>\nWie kommt der Musikinteressierte zu den Inhalten, die ihn interessieren? Welche Publikationsformen haben sich \u00fcberlebt, welche k\u00f6nnen sich halten, und welche sind noch zu erwarten? Wie kann sich ein gutes inhaltliches Angebot in dieser Masse durchsetzen? Welchen Wert haben Netzwerke? Und zu guter Letzt: Wie kommt der K\u00fcnstler zu seinen Fans? Denn er ist einer von sechs Millionen \u2013 alleine auf MySpace. <\/p>\n<p>Es diskutieren:<br \/>\nMonika Eigensperger (FM4), Udo Raaf (Tonspion), Christoph Jacke (Kulturwissenschaftler), Christian Fischer (Piranha)<\/p>\n<p>Moderation:<br \/>\nAndreas Schepers<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Pr\u00e4sentationsformen f\u00fcr neue Musik Download Mitschnitt Allein 200.000 deutsche Bands soll es auf MySpace geben, weltweit sind es etwa sechs Millionen. 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