{"id":1518,"date":"2016-03-04T18:17:21","date_gmt":"2016-03-04T17:17:21","guid":{"rendered":"http:\/\/s521445719.online.de\/leipzig-popup\/?page_id=1518"},"modified":"2016-03-04T18:33:56","modified_gmt":"2016-03-04T17:33:56","slug":"ausstellung","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/leipzig-popup.de\/?page_id=1518","title":{"rendered":"Ausstellung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Persona Non Grata \u2013 77 Siege \u00fcber Raster und Kleingeist<\/strong><\/p>\n<p>77 Ausgaben Persona Non Grata, (fast) 20 Jahre Zine, dem man \u2013 wahlweise nach Sichtweise und pers\u00f6nlichen Vorlieben \u2013 den Pr\u00e4fix Fan- oder Maga- voransetzen kann. Das ist eine ganze Menge. Interessante Frage, ob es der Handvoll Leute um J\u00f6rg \u201eBudgie\u201c Baatzsch und Tom Weber einst bei der Produktion der Nummer 1 des \u201eBesatzerfanzines\u201c in den Sinn gekommen ist, etwas derart Funktionierendes, Ausdauerndes, (\u00dcber-) Lebensf\u00e4higes erweckt zu haben. Darum ging\u2019s aber ja gar nicht. Es ging um Bewegungsfreiheit. Um den Drang zur \u00c4u\u00dferung. Darum, unter der Registriernummer 1893 beim Ministerium f\u00fcr Medienpolitik der DDR ein Heft produzieren, vervielf\u00e4ltigen, herausgeben zu k\u00f6nnen. Da war es auch schnuppe, wenn da l\u00e4ngst nicht alles gepasst hat im Sinne von, \u00e4hem, Professionalit\u00e4t \u2013 ich erinnere mich noch gut an die Schm\u00e4hung der \u201eMessitsch\u201c, die naser\u00fcmpfend fragte, ob man den schon mal was von Raster geh\u00f6rt habe. Aber hey, \u201eMessitsch\u201c, was war das noch mal? Dead &#038; gone seit ungez\u00e4hlten Jahren. Was haben wir gelacht. Basta.<br \/>\nDies ist \u2013 wie schon gesagt \u2013 76 Ausgaben her. Es gibt keine Registriernummer beim Ministerium f\u00fcr Medienpolitik der DDR mehr, sondern seit vielen, vielen Jahren verantwortliche Herausgeber im Sinne des Presserechts; die es \u00fcbrigens \u2013 so viel Wahrheit muss sein \u2013 niemals wirklich einfach hatten. Mit diesem Ding Persona Non Grata, das sich immer irgendwie dagegen gewehrt hat, in die handels\u00fcbliche Medien-Normalit\u00e4t abzurutschen (was im Nachgang betrachtet jede Menge Missverst\u00e4ndnisse mit sich brachte \u2013 mach mal einem gestandenen Popjournalisten klar, dass es so etwas wie einen CvD, eine klassische Redaktion, mithin diese ganzes Drumrum, ohne dies eine Heftproduktion nie vorstellbar erscheint, im PNG nicht gibt und nie wirklich gegeben hat). Ver\u00e4ndert hat sich seitdem wirklich eine ganze Menge: Aus dem A5-Heftchen wurde ein A4-Heft, ein Cham\u00e4leon, das sich von Ausgabe zu Ausgabe auf schillerndste Art und Weise ver\u00e4nderte, auch ein Versuch, inhaltliche und produktive Professionalit\u00e4t mit der ganz eigenen Struktur und Funktionsweise der PNG in eine brauchbare \u00dcbereinstimmung zu bringen, fehlte nicht. Ein paar Mal sind die Dinge schief gegangen; die M\u00f6glichkeit des Scheiterns war von vornherein durchaus einkalkuliert. Eines ist immer gleich geblieben: Jedes Heft war f\u00fcr uns ein Sieg. Ein Sieg der eigenen Unabh\u00e4ngigkeit, der ausgepr\u00e4gten Trotzigkeit, der bewusst ausgepr\u00e4gt elit\u00e4r gew\u00e4hlten Sicht der Dinge (da machte es nat\u00fcrlich richtig Spa\u00df, irgend so einem daher gelaufenen Typen mit dem Brustton der \u00dcberzeugung auf die Aussage \u201eSo sieht also ein Klugschei\u00dfer-Heft aus.&#8220; zu antworten: \u201eGanz genau, so sieht ein Klugschei\u00dfer-Heft aus.\u201c) . Und ein Sieg \u00fcber die scheinbar \u00fcberm\u00e4chtigen \u00f6konomischen Zw\u00e4nge und Realit\u00e4ten \u2013 selbst wenn es das eigene Geld kostete.<br \/>\nImmerhin: Es waren nie die anderen, die uns getrieben haben. Getrieben haben wir uns lieber selbst. Wer kann so etwas sonst noch von sich behaupten? Und wir haben es in 77 Ausgaben und (fast) 20 Jahren geschafft, dem Prinzip Persona Non Grata irgendwie immer treu zu bleiben \u2013 vielleicht gerade deshalb, weil es f\u00fcr die Leute, die jetzt seit f\u00fcnf oder acht, seit zehn oder zw\u00f6lf, seit 15 oder 19 Jahren dabei sind, nicht einfach nur ein Heft, ein Job, halt irgendwas Belangloses in dieser Richtung war. Sondern ein St\u00fcck Lebensinhalt, ein soziales Projekt, wie es Freund Andreas Kohl mal umschrieben hat \u2013 bei allen Z\u00e4suren, bei allen Streitereien, bei allen Problemen bis hin zum drohenden existenziellen Kollaps.<br \/>\n\u201eJedes Heft ein Sieg\u201c \u2013 diese Ausstellung im Leipziger MZIN will versuchen, ein wenig diese Geschichte von 77 Ausgaben und (fast) 20 Jahren zu erz\u00e4hlen. Dar\u00fcber, wie dieses Heft mal in der Kellerdruckerei des Zoro gedruckt und in ausdauernder Handarbeit hergestellt wurde (Bastelstunden waren immer ein zwingender PNG-Begleiter) \u2013 beispielsweise. \u00dcber die kleinen und gro\u00dfen Besonderheiten, die dieses Ding Persona Non Grata schon immer auszeichnen und immer auszeichnen werden. Einfach, weil wir elende Trotzk\u00f6pfe sind, hehe.<\/p>\n<p><em>Die Ausstellung \u201eJedes Heft ein Sieg \u2013 77 Ausgaben Persona Non Grata\u201c wird am Freitag, 15. Mai, 18 Uhr im MZIN, Paul-Gruner-Stra\u00dfe 64, er\u00f6ffnet. Die PNG-Klicke ist anwesend und gespr\u00e4chsbereit; das DJ-Team um Donis sorgt f\u00fcr Unterhaltung.<br \/>\nAm Samstag, den 16. Mai um 19 Uhr h\u00e4lt Simone M\u00fcller von der HGB Leipzig einen Vortrag \u00fcber Fanzines und deren \u00c4sthetik und zeigt ausgew\u00e4hlte &#8211; vorallem us-amerikanische &#8211; Beispiele.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Persona Non Grata \u2013 77 Siege \u00fcber Raster und Kleingeist 77 Ausgaben Persona Non Grata, (fast) 20 Jahre Zine, dem man \u2013 wahlweise nach Sichtweise und pers\u00f6nlichen Vorlieben \u2013 den Pr\u00e4fix Fan- oder Maga- voransetzen kann. Das ist eine ganze Menge. 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